Dosenkiwi

[fast ohne Spoiler]

Podersdorf am Neusiedlersee

Auf dem Weg ins Ungarische plante ich einen Zwischenstop am Neusiedler See, um zwei lange gelöste Mystery Caches abzuholen. Vor Ort brauchte ich außerdem ein Café, um einen letzten Blick auf den Erwerbsarbeitsstatus zu werfen. Ein Café war kaum zu finden, der Ort wirkte wie ausgestorben. Erst nahe der Strandpromenade fand ich eine kleine Eisbahn, neben der ein Stand warme Getränke anbot. In einem Nebenraum des geschlossenen Restaurants war auch drinnen sitzen möglich (eigentlich zum Aufwärmen für die Eislaufenden). Die erste Dose suchte ich trotz vollem Körpereinsatz vergeblich, der kalte Wind fegte mir durch Haare und Kleidung (eine Vorschau auf die nächsten zehn Tage, was ich damals natürlich noch nicht ahnte). Beim zweiten Mystery wollte ich auch schon fast aufgeben, als ich mit klammen Fingern die Dose aus einem unerwarteten Versteck zog.

Snackhaus an der Strandpromenade, es ist Winter, der Boden braun und kahl, der Himmel grau, rund um das geschlossene Snackhaus stehen Picknickbänke kleines, einstöckiges Haus am See, rundherum winterlich kahle Bäume, rechts steht ein kleiner Wohnanhänger, vor dem Haus hängt ein Rettungsring

Zum Leuchtturm wollte ich aber trotz Wind und Kälte noch gehen. Von dort war sogar ein Streifen Sonnenlicht zu sehen. Am Leuchtturm war der Wind noch stärker, zum Glück konnte ich hier mit einem Blick auf den Hint Klarheit schaffen und schnell das richtige Werkzeug zur Anwendung bringen. Diese Investition hat sich schon des Öfteren bezahlt gemacht.

Pier am See, links wird das Pier von Steinen begrenzt, im Vordergrund steht ein kleiner schwarzer Hund, der von der Kamera wegschaut, im Hintergrund ein Haus mit der Aufschrift „Sunset-Bar-Café“, dahinter ein rot-weiß gestreifter Leuchtturm rot-weiß gestreifter Leuchtturm am Ende eines Holzstegs, hinter dem Leuchtturm kämpft sich ein Sonnenstrahl durch die grauen Wolken

Nach meinem DNF-Log meldete sich skilaki mit Rückfragen und in weiterer Folge zusätzlichen Hinweisen zum Versteck. Also fuhr ich auf dem Rückweg nochmal hin und konnte nur bestätigen, dass sich hier einiges verändert hat. Mit einer von mir hinterlassenen Ersatzdose konnte ich dann doch noch einen Fund verbuchen. Der zweite Besuch hat sich auch des Wetters wegen gelohnt: Es lag ordentlich Schnee, See und Umgebung blieben verlassen, sahen aber deutlich anders aus als noch in der Woche zuvor.

oben Himmel, unten See, beide in ähnlich grauer Färbung, weit hinten eine Landzunge mit Bäumen, die ins Wasser ragt, das Ufer ist von Schnee bedeckt zwei Holstege, die ins Wasser ragen, die Oberfläche ist von Schnee bedeckt, unter den Balken haben sich Eiszapfen gebildet

Hrádek

Es ist in den letzten Monaten still geworden auf diesem Blog. Es ist nicht so, dass ich gar nicht mehr geocachen gewesen wäre, es hat sich irgendwie nur nichts aufgedrängt, dass ausreichend interessant gewesen wäre. Nun hab ich Anfang Jänner ein Wochenende Winterwandern im tschechischen Hrádek (Trhové Sviny), 15 Minuten außerhalb des Waldviertels verbracht. Die lokalen Multi-Caches habe ich versucht, jedoch nicht gefunden, am Ende war es nur ein einziger Traditional, den ich loggen konnte. Die Fotos sind jedoch in meinen Augen schön genug, dass es doch einen Post geben sollte.

großteils zugefrorener Bach inmitten von Schnee und Bäumen ein Auto-Anhänger im Schnee, es wirkt etwas wie ein Zirkuswagen, verschiedene Farbschichten sind teilweise abgefallen, was dem Wagen eine gescheckte Farbe verleiht Feldweg mit schwarzbraunem Hund in Schneelandschaft, in der Mitte ein kahler Laubbaum die Sonne scheint durch Nadelbäume, der Schnee am Boden glitzert im Sonnenlicht schwarzbrauner Hund auf einem kleinen Weg im Wald, die Sonne scheint durch Nadelbäume

Berlin: Tegeler See

auf dem See im flachen Wasser mit Seerosen im Vordergrund, rechts Büsche am Ufer, die sich über das Wasser neigen

Gleich zwei Ausflüge hatten wir für dieses Wochenende in Berlin geplant. Da sich meine Anreise unerwartet um drei Stunden verlängerte (ein paar neue Verspätungsgründe bei der DB durchgespielt), kam ich nicht nur deutlich später sondern auch ziemlich erledigt in Berlin an. Nach einer erholsamen Nacht war ich am Samstag aber doch soweit, dass wir die geplante Fahrt zum Tegeler See in Angriff nahmen.

Bei Von Ort zu Ort reisen hatte ich kürzlich den Französischen Militärbahnhof Tegel entdeckt, ein weiterer Grund, um die Anreise nach Alt-Tegel einzuplanen. Das Gebäude ist aktuell teilweise von einem Gerüst verstellt, wir konnten es aber trotzdem umrunden und auch durch einige Fenster hineinschauen. Ein Saal wird offenbar als Veranstaltungsort genutzt (vermutlich vom daneben angesiedelten Seniore:innenzentrum?), wir konnten Tische sehen, auf denen Geschirr und Getränkeflaschen für ein Buffet vorbereitet waren. Hinter einer der Glastüren entdeckten wir Überreste eines früheren Fahrkartenschalters, noch mit französischer Beschriftung darüber. Das Schild, das beim Artikel auf Von Ort zu Ort reisen im Titelbild auf der Seite des Gebäudes hängt (Gare Française Berlin-Tegel), wurde nun wegen der Renovierungsarbeiten abgenommen und wir konnten es durch ein Fenster innen im Gebäude teilweise erkennen.

einstöckiges Gebäude mit zwei weißen Doppelflügeleingangstüren, vor einer Tür steht eine Holzbank und daneben ein Mistkübel, darüber hängt ein weißes Schild mit roter Schrift „Entree des Voyageurs“

Hochformat desselben Gebäudes, hier mit einer normalen weißen Tür, darüber ein Schild „Entree de Service“, vor der Tür im unteren Bereich des Bilds ein kleiner schwarzbrauner Hund

einstöckiges, langgestrecktes Gebäude, aus Ziegeln erbaut, die Mauern sind weiß gestrichen und mit braunen Balkenzeichnungen verziert, links im Bild ein nicht mehr genutztes Bahngleis (viel Unkraut wächst zwischen den Schienen)

Weiter gingen wir in Richtung See und passierten dabei auch das Feuerwehrmuseum Berlin. Am See angekommen ließen wir uns gleich mal im Seegarten für eine Stärkung nieder. Sowohl Fisch & Chips als auch Flammkuchen waren sehr gut, die Aussicht auf den See gefiel mir sehr gut.

Ursprünglich hatte ich gedacht, wir würden am See entlang spazieren und es vielleicht sogar bis zu einem Challenge Cache am gegenüberliegenden Ufer schaffen. Nachdem wir uns beim Minigolf und Bootsverleih Mühl ein Eis geholt hatten, standen wir auf der Tegeler Hafenbrücke und schauten aufs Wasser. Gedankenverloren meinte ich zum Fotografen, an dem Pfeiler da unten wäre wohl ein Geocache, für den es ein Boot bräuchte. Da ließ sich der Fotograf nicht lange bitten und kurz darauf bestiegen wir einen Kanadier.

Der Hund wollte zuerst GAR NICHT ins Boot einsteigen. Als ich ihn ins Boot gehoben hatte, klebte er an meinem Oberschenkel und war nicht besonders glücklich mit seinem Schicksal. Wir schipperten langsam los und gewöhnten uns ans Lenken des schwankenden Boots. Erstaunlicherweise gewöhnte sich auch der Hund recht schnell und schon kurz nach unserer Abfahrt stand er am Rand des Boots und schaute aufs Wasser.

schwarzbrauner Hund in einem Boot, der Hund schaut nach vorne zur Spitze des Boots (weg von der Kamera) in Richtung von zwei Schwänen, die vor dem Boot im Wasser herumschwimmen

Als wir den zweiten Traditional erreicht hatten, schauten wir auf die Uhr und beschlossen, dass wir es in der ersten Stunde wohl nicht zurück schaffen würden. Woraus sich die Möglichkeit ergab, einen der zahlreichen Wherigo-Paddel-Caches auf dem Tegeler See weiter zu verfolgen (es wurde Ne Runde Paddeln #6). Auf dem Wasser fiel es mir wesentlich schwieriger, Entfernungen zu schätzen und auch das Triangulieren mittels Kreisberechnungen war nicht ganz so einfach wie auf dem Land (und sei es nur, weil das Boot so schwankt und ein winziger Teil von mir große Angst hat, das Telefon ins Wasser fallen zu lassen). Schließlich gelang es uns dann, das flache Wasser am Ufer einer Insel zu erreichen, wo der Petling von einem Ast hing.

Foto eines Segelboots mit zwei aufgespannten weißen Segeln auf einem glitzernden See mit leicht bewölktem, blauem Himmel im Hintergrund

Nach dem Log machten wir uns auf den Rückweg. Der Rückenwind, den wir uns erhofft hatten, spielte nicht ganz mit, er kam eher von der Seite und machte ständige Kurskorrekturen notwendig. Mir zitterten schon etwas die Arme, als wir endlich unseren Heimathafen ansteuerten. Knappe zwei Stunden auf dem Wasser, nicht nur in den Armen, auch in Beinen und Rumpf spürte ich am nächsten Tag die Anstrengung des Bootsabenteuers. Wir verschoben daher den zweiten geplanten Ausflug in die Zukunft und genehmigten uns stattdessen eine Letterbox und Kaffee und Kuchen im Schlosspark Biesdorf.