Dosenkiwi

[fast ohne Spoiler]

Helsinki

Blickrichtung vom unteren auf das obere Sonnendeck am hinteren Ende der Tallink Fähre, die estnische Flagge weht im Wind

Zwischen Tallinn und Helsinki herrscht reger Fährverkehr. Mehrere Verbindungen täglich stehen für Personen, LKWs, PKWs, Motorräder und sogar Fahrradfahrer zur Verfügung. Wenn die Laderampe geöffnet wird und Motorradfahrer und Radfahrer aus derselben Ladeluke wie LKWs herausschwärmen, ist das ein durchaus interessantes Schauspiel.

vom Sonnendeck am hinteren Ende der Fähre sieht man das vom Meer durchpflügte Fahrwasser

An Bord des Schiffes gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, sich während der Fahrt die Zeit zu vertreiben (und Geld auszugeben). Auf dem Sonnendeck wird es während der Fahrt eher windig, den Schal hatte ich nicht umsonst mitgenommen. Auf der Passagierebene gibt es neben Burger King und Starbucks auch ein Pub, in dem auf unserer Hinfahrt am Vormittag ein Pub-Duo Live-Musik gespielt hat. Ein schickes A-la-carte-Restaurant sowie eine Kantine runden das kulinarische Angebot ab. Kinderspielplätze (auch Spielautomaten für „ältere Kinder“) sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

Aussicht auf die Hafenpromenade von Helsinki inklusive Riesenrad und Kreuzfahrtschiff

In Helsinki sind wir einfach Richtung Stadt gewandert. Großteils am Wasser entlang, aber natürlich haben wir auch im Stadtgebiet nach Caches gesucht. Mit der Letterbox hat es leider nicht geklappt, die Hinweise waren spärlich und auch nach längerer Suche konnten wir sie nicht eindeutig zuordnen.

die weiße Kathedrale von Helsinki thront auf einem Hügel und strahlt im Sonnenlicht

Nach einem versöhnenden Mittagessen stürzten wir uns daher auf die weiteren verfügbaren Cache Types. Der Virtual Icebreakers führt zu einem Aussichtspunkt, von dem man den Hafenplatz der finnischen Eisbrecher in Augenschein nehmen kann.

die Tallink-Fähre im Hafen von Helsinki, im Vordergrund zwei LKW-Schlangen, die auf das Verschiffen warten

Gerade noch rechtzeitig kam mir die Idee, auch in Helsinki noch nach Challenges zu suchen und tatsächlich fand sich hinter der Kathedrale ein Challenge Cache, den ich auch bereits erfülle. Das Versteck war dann ziemlich knifflig, aber nach Analyse aller Hinweise war die Dose entdeckt.

Abfahrt und Blick auf den Hafen von Helsinki von der Fähre aus

Ein Highlight ist auch dieser Traditional, der sich innerhalb des Helsinki City Museums befindet. Normalerweise bin ich ja kein Fan von solchen Indoor-Caches mit Öffnungszeiten, aber in diesem Fall sprechen die aktuell über 1.800 Favoritenpunkte für sich. Ein riesiges Logbuch und jede Menge Travel Bugs zum Discovern erwarten den Besucher in der interessant gestalteten Lobby des Museums.

Blick aufs Meer, rosafarbener Sonnenuntergangshimmel mit dramatischen Wolken, ein weiteres Fährschiff am Horizont

Anschließend machten wir uns auf den Rückweg, um die Fähre nicht zu verpassen. Natürlich mussten wir dann trotzdem warten, bis die Passagiereingänge geöffnet wurden. Ein möglichst pünktliches Einschiffen ist auch empfehlenswert, um das Verladen der LKWs zu beobachten. In Tallinn fahren die Fahrzeuge an der Vorderseite des Fährschiffs ein und verlassen es auf der rückseitigen Rampe, in Helsinki ist es umgekehrt und kann daher vom Sonnendeck am hinteren Ende der Fähre schön beobachtet werden.

Tallinn – Am Wasser

Blick vom Pier nach oben, neben einer zweiarmigen Laterne fliegt mit ausgebreiteten Flügeln eine Möwe vorbei, ansonsten nur leicht bewölkter, blauer Himmel

„Fahren wir in den Norden, da wird es im Juli hoffentlich nicht so heiß sein.“ Das war jedenfalls der Plan. Für meinen persönlichen Geschmack war es zum Sightseeing und Wandern dann auch in Tallinn zu heiß, aber was nutzt das Gejammer. Richtig unangenehm war es nur in unserem Apartment, das sich einerseits tagsüber sehr aufgeheizt hat und andererseits an einer stark befahrenen Straße direkt neben einer Straßenbahnstation lag, was das Lüften nachts etwas schwierig machte. Am Meer war es aber eigentlich immer spürbar kühler, weshalb wir auch jede Menge Zeit in Wassernähe verbracht haben.

Püha Siimeoni ja Naisprohvet Hanna kirik, Kirche im Hafengebiet von Tallinn, romantische Holzarchitektur

Tallinn verfügt über einen großzügigen Hafenbereich. Neben einem Fährterminal, von dem Fähren nach Helsinki, St. Petersburg oder Stockholm ablegen, gibt es mehrere Ankerplätze für Kreuzfahrtschiffe, ein umfangreiches Containerterminal und einen Fischereihafen. In der Hafengegend befinden sich außerdem das Eesti Kaasaegse Kunsti Muuseum sowie das Estonian Maritime Museum mit einem großzügigen Freiluftbereich, der zum Teil auch ohne Ticket besichtigt werden kann. Auf dem Parkplatz findet sich der dazugehörige Geocache Lennusadam / Seaplane harbour.

Blick auf ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Tallinn

Am D-Terminal, von dem die Fähren abfahren (dazu später mehr), gibt es einen Letterbox-Geocache, der nach strenger Auslegung der Regeln eigentlich ein Traditional wäre. Für die Sammlung möglichst vieler Cache Types ist der Letterbox-Type allerdings erfreulich.

Sonnenuntergang im Yachthafen von Tallinn, im Vordergrund ein großer Anker, an dessen aufrecht stehender Ankerkette ist ein kleiner Zeppelin befestigt, auf diesem Zeppelin sitzt eine Möwe und genießt die Aussicht

Zum ausgiebigen Baden ist das Meer am Finnischen Meerbusen eher kalt. Die öffentlichen Strände in Tallinn sind sehr flach, es sind einige Meter zu gehen, bis das Wasser auch nur bis zu den Knien reicht. Dann wird es jedoch auch schnell spürbar kälter – eher nur kurzes Abkühlen als längeres Herumplantschen. Zum Strandspaziergang mit den Füßen im Wasser und im Sand jedoch hervorragend geeignet (zumindest im Juli …).

Tolmin

Sonnenuntergang zwischen den Bergen mit Blick über Zelte auf dem Campingplatz

Was wäre ein Campingurlaub in Slowenien ohne Geocaches? Zum Glück hat die Gegend rund um Tolmin im slowenischen Triglav Nationalpark in dieser Hinsicht einiges zu bieten.

Blick auf die Kirche von Drežnica mit Berg- und Wolkenpanorama im Hintergrund

Etwa 10 Kilometer von Tolmin entfernt gibt es ausgehend von Ladra eine Geocaching Runde um den Pot Miru. Die Wanderung erwies sich als einigermaßen anstrengend. Gleich zu Beginn geht es auf einer groben Schotterstraße steil bergauf. Zum Glück war dies der anstrengendste Teil, wenn die 500 Meter Seehöhe erstmal erreicht sind, geht es bis zum Schluss großteils nur noch gemütlich bergab und bergauf. Die Caches waren auch nicht immer einfach zu finden, einmal musste ich leider auch DNF loggen. Die Variablen für den Bonus Cache waren auf die Dosen verteilt, so dass man mit Glück auch ohne alle Dosen zu finden, die Variablen für den Bonus zusammenbekommt.

Kirche in Tolmin, mit dramatischen Gewitterwolken im Hintergrund

Ein gemütlicher Spaziergang in Tolmin förderte einen Multi zutage. Eigentlich hätte ich auch noch die nahegelegenen Traditionals suchen wollen, ein dramatisches Gewitter hielt mich dann jedoch davon ab. Mit Glück schaffte ich es noch rechtzeitig zurück ins Camp. Natürlich nachdem der Multi geloggt war ;–)

Ausblick auf den Fluss in der Tolmin Klamm (Tolminska korita)

Eine schöne Ausflugsgelegenheit ist die Tolmin Klamm (Tolminska korita), die den geneigten Geocacher auch mit einem Earth Cache belohnt. Die Klamm ist touristisch erschlossen, die Wege gepflegt, Tafeln bieten Informationen über die hier entspringende Thermalquelle und die Tier- und Pflanzenwelt in der Gegend.

vom höchsten Punkt der Tolmin Klamm, eine geschätzt 60 Meter hohe Brücke sieht man hinunter auf den Fluss

Als reiner Geocaching-Urlaub wäre es hier sinnvoll, mobil unterwegs zu sein und den Standort zu wechseln. Innerhalb des Nationalparks gibt es viele schöne Orte zu entdecken, das Bergpanorama ist immer wieder atemberaubend. Tolmin bietet sich als eine der wenigen Städte mit Infrastruktur in der Gegend auch als Ausgangspunkt für Wanderungen in der Umgebung an. Die Auto-Fahrt über den Predil-Pass war auch ein Abenteuer.