Dosenkiwi

[fast ohne Spoiler]

Berhida / Bátorkő Vára / Várpalota

Mit diesem Post trickse ich etwas an meinen eigenen Regeln herum. Diese besagen, dass jeder Post zumindest ein Foto und einen Geocache enthalten soll. Weil aber Berhida gar keinen Geocache hat und ich bei der Wanderung zu Bátorkő Vára nicht aufgepasst habe und daran vorbeigelaufen bin, werden diese beiden Örtlichkeiten mit Várpalota zusammengefasst.

verlassene Bahnstation, im Vordergrund ein Stein mit der Zahl 53 neben einem Gleis, dahinter ein breites blaues Stationsschild mit der gelben Aufschrift „VILONYA KIRÁLYSZENTISTVÁN“, dahinter das Stationshaus mit vier Rauchfängen auf einem altmodischen Ziegeldach

Nicht ganz zwei Wochen verbrachte ich im Februar im ungarischen Berhida nördlich des östlichen Endes des Balaton. Neben Tierbetreuung und meiner üblichen Erwerbsarbeit hatte ich nicht viel zu tun, das Wetter war allerdings auch kaum einladend für längere Ausflüge. Einen schönen Wandertag gab es allerdings. Der Radfahrer und ich besuchten die Ruine Bátorkő Vára (auch auf Komoot zu finden).

ein schwarz-brauner Hund steht auf einem felsigen Bergweg und schaut über die Schulter zurück zur Kamera, Boden, Himmel und kahle Sträucher in verschiedenen Braun- und Grau-Tönen winterlicher Ausblick über eine flache Landschaft mit mehrheitlich kahlen Bäumen und Sträuchern, der Himmel nimmt die obere Hälfte des Bidls ein, die Wolken bilden ein gestreiftes Muster

Wir waren vergleichsweise spät aufgebrochen, schon am Anfang unserer Tour kamen uns Familien entgegen, die bereits auf dem Rückweg waren, später sahen wir keine Menschen mehr. Von mehreren Aussichtspunkten erspähten wir die Ruine und waren uns unsicher, ob das wirklich unser Ziel sein sollte. Wir gönnten uns nur eine kurze Pause und mussten uns am Ende doch beeilen, um noch vor der Dunkelheit zurück beim Auto zu sein.

Ruine eines Burgturms zwischen kahlen Bäumen auf einen bemoosten Stein ist ein Wanderwegzeichen gemalt, ein rotes Kreuz auf weißem Hintergrund

Mit mehr Freizeit wäre ich gern zum Balaton gefahren, Orte am See haben im Winter ja einen besonderen Charme (zuletzt auch in Podersdorf). Die Tatsache, dass ich überall mit dem Auto hinfahren musste und es früh dunkel wurde, hielt mich aber doch davon ab, nur für eine oder zwei Stunden wohin zu fahren. Daher verbrachten der Hund und ich unsere Tage und Abende zumeist drinnen mit Lesen und Schreiben und Erholen. Ein etwas anderer „Urlaub“ als sonst, und gerade deshalb auch interessant und erkenntnisreich.

grüne Telefonzelle, die schon bessere Tage gesehen hat

Budapest

Am Sonntag begleitete ich den Radfahrer nach Budapest und wollte die Gelegenheit nutzen, mir etwas von der Stadt anzusehen. Es war mein erster Besuch in Budapest und ich kann jetzt schon sagen, ich habe bestenfalls an der Oberfläche gekratzt. Wir trafen mit dem Regionalzug in Budapest-Kelenföld ein, wo ich nach einem Snack von der „Szendvicsbár“ (!) und einer Wartezeit auf dem sehr windigen Bahnsteig den Radfahrer verabschiedete und dann selbst in einen Zug stieg, der mich weiter nach Budapest-Déli transportierte. Von dort ist das Burgviertel von Buda zu Fuß erreichbar.

Kirchturm mit mehreren Stockwerken, die Wand bestand ursprünglich aus rötlichen Ziegeln, wurde aber an mehreren Stellen mit helleren Steinen ausgebessert, unten rechts führt ein weißes Portal mit einem grauen Spitzdach ins Innere

Mein erster Cache war der WiCD - Maria Magdalena Tower. Nachdem ich das Loggen in einer Ecke erledigt hatte, schaute ich mir auch die andere Seite des Turms an. Dort stand früher eine Kirche, es sind jedoch nur noch die Fundamente vorhanden. Nicht weit davon konnte ich auch wieder mal Ammoniten besichtigen, sehr beliebt für Earth Caches.

Portal der Matthias-Kirche, rechts ein hoher spitzer Turm mit gotischen Verzierungen, mittig ein Eingangsportal mit einem dekorativen Rosettenfenster, links ein kleinerer stockiger Turm mit einem verzierten Ziegeldach, im Vordergrund sitzt ein kleiner schwarz-brauner Hund

Dann ging es weiter zur Matthias-Kirche, wo ich dann erstmal mit plötzlichem Tourist:innenaufkommen konfrontiert wurde. Stellt sich raus: gleich hinter der Kirche befindet sich der Aussichtspunkt Fischerbastei, offenbar ein Tourist:innenmagnet, ich musste einen Zeitpunkt abwarten, um selbst ein Foto mit der Aussicht für den Virtual anfertigen zu können.

Burgmauer mit einer von Säulen geschützten Balustrade, auf der Tourist:innen die Aussicht genießen und fotografieren, darüber ein runder Turm mit einem spitzen Dach

Nachdem ich die Gruppen hinter mir gelassen hatte, war mir erstmals nach etwas Aufwärmen. Leider war im Pub kein Platz frei, also spazierten wir weiter Richtung Kettenbrücke, wo dann erst recht der Wind tobte.

Fischerbastei, unten breite Treppen, dahinter dekorative Mauern mit Rundbögen und einer Turmspitze, dahinter die gotischen Türme der Matthias-Kirche

Nach einer Aufwärm-Pause wollte ich noch weiter spazieren, nur wurde mir schnell dermaßen kalt, dass ich gleich in die nächst gelegene Metro-Station flüchtete. Die Heimreise sollte sich dann noch in die Länge ziehen. Die Metro brachte mich zurück nach Kelenföld, dort musste ich leider feststellen, dass mein Zug ausfiel. Nach einigem Suchen im Internet und Übersetzen war klar, dass die Oberleitung auf meiner Strecke wegen des Winds beschädigt war und nicht absehbar, wann wieder ein Zug fahren würde. Eine Schalter-Mitarbeiterin schlug mir einen (mutmaßlich mehrstündigen) Umweg rund um den Balaton vor. Auf der Webseite fand ich einen Hinweis auf einen Schienenersatzverkehr von Székesfehérvár aus, was mir Erfolg versprechender erschien. In Székesfehérvár musste ich noch warten, selbst im noch geöffneten Bahnhofsbuffet war es kalt, im Bus dann auch, vollkommen durchgefroren stieg ich am Bahnhof von Petfürdö in mein Auto. Die Gesamt-Experience hätte ich mir zwar lieber erspart, aber eigentlich ist es gut gelaufen für die Umstände.

Ich schließe mit einem Foto eines Riesenrads in Budapest, das trotz der starken Windböen nicht nur in Betrieb war, sondern tatsächlich auch von Menschen benutzt wurde.

Riesenrad vor einem blau-bewölkten Himmel

Veszprém

Am Donnerstag Nachmittag ergab sich eine Lücke in der Erwerbsarbeit, die ich schnell für einen Ausflug nach Veszprém nutzte. Einen Mystery Cache hatte ich vorab schnell lösen können; da mir für Ungarn noch sehr viele Cache Types fehlten, steuerte ich zuerst diesen an. Kurz nach meiner Ankunft gesellte sich eine mehrköpfige Familie dazu, die das Objekt, das ich mutmaßlich zu untersuchen hatte (eine abgestellte Feldbahn inkl. Lokomotive und Waggons), einige Zeit lang belagerte. Leider konnte ich auch nach ihrem Abzug trotz intensiver Suche nichts finden. Wie ich später dann feststellte, war das letzte Log eine Owner Maintenance vom Oktober 2024.

Blick nach oben auf den Burgberg, über einer Felswand und einer Ziegelmauer thront ein weißes, zweistöckiges Gebäude vor grauem Himmel

Auch aus dem vorbereiteten Multi wurde nichts: zuerst hatte ich WayPoints im Zentrum nahe der Burg zu besuchen, der weitere Weg hätte dann wieder in die Gegend geführt, wo ich zuerst gestartet war. Die Burg selbst wird seit einigen Jahren umfassend renoviert und instand gesetzt. Leider sind diese Arbeiten immer noch im Gange, die Autos der Arbeitenden verstellen den Blick auf die schönen Gebäude. Wenn die Renovierung fertig gestellt ist, werden die Autos hoffentlich verbannt, erst dann wird hier wirklich eine Burg-Stimmung aufkommen.

Jesus am Kreuz auf einem weißen Sockel, umringt von einem Zaun mit Spitzen oben, vor dem Zaun stehen einige Kerzen, rechts an der Ecke des Sockels schaut ein kleiner schwarzer Hund von der Kamera weg um die Ecke des Sockels

Immerhin konnte ich einige Traditionals verbuchen, unter anderem Veszprém Castle, wo ich erst nach einer gründlichen Radius-Erweiterung fündig wurde. Alles in allem nicht ganz der Ausflug, den ich mir gewünscht hatte, aber nichtsdestotrotz waren der Hund und ich am Abend rechtschaffen müde.

seitliche Ansicht der Burg, vorne ein grüner Weg, der rechts felsig nach unten abfällt, weiter hinten zwei weiße Gebäude über den Burgmauern, darüber sind die Spitzen zweier Kirchtürme zu sehen