Dosenkiwi

[fast ohne Spoiler]

Warschau

Pałac Kultury i Nauki im Zentrum von Warschau, grauer Himmel, Straßenlaterne rechts vom Turm

Warschau hat mich wie auf dem obigen Foto zu sehen ist, mit grauem Himmel begrüßt. Der „Pałac Kultury i Nauki“ hält für den geneigten Geocacher jedoch so einiges bereit. Den Virtual auf der Aussichtsplattform habe ich ausgelassen (von hohen Gebäuden herabzuschauen fasziniert mich nicht mehr), in der Umgebung gibt es jedoch auch sonst so einiges zu finden. Der Earth Cache Budowa 2 linii metra erzählt etwa die Geschichte der jungen Warschauer U-Bahn. Vorbereitet hatte ich auch die Letterbox Warsaw Cache, die sich als richtig große, richtig schön gestaltete Dose entpuppte.

Bahnhof Warszawa Gdanska, blauer Himmel mit Wolken im Hintergrund

Für die Cache Type Challenge hatte ich mir außerdem den Wherigo Cache Warszawa ★ vorbereitet. Da das GPS in meinem Haupttelefon seit einiger Zeit nicht mehr optimal funktioniert, musste ich mir ein Zweittelefon mitbringen und etwas improvisieren. Die Texte zum Wherigo musste ich übersetzen, die Fragen waren teilweise nicht sofort eindeutig zu beantworten, aber letztendlich gelang mir das Erreichen des Ziels. Dieser Wherigo auf den Spuren von David Bowie verdient zurecht einen Favourite Point.

Muzeum Historii Żydów Polskich Polin

Beinahe durch Zufall stieß ich auf den ersten Geocache in Polen, versteckt am 1. November 2001. Er verweist auf das Muzeum Historii Żydów Polskich Polin, das Museum für die Geschichte der polnischen Juden. Das Gebäude allein ist schon beeindruckend und auch die Denkmäler drumherum lassen die Geschichte schwer wiegen und stimmen nachdenklich.

Warsaw Meridian, durch einen eingezäunten Stein gekennzeichnet

Erst vor Ort stellte ich fest, dass durch Warschau ein Meridian verläuft, dieser ist auch mit einem besonderen Stein gekennzeichnet. Und nicht überraschend auch mit einem Geocache, den ich allerdings trotz längerer Suche und eigentlich eindeutigem Hint leider nicht finden konnte.

großes Kreuz im Vordergrund am Plac Piłsudskiego / Piłsudski Square

Weiter spazierte ich zum Plac Piłsudskiego / Piłsudski Square, wo ich bei der Auflösung des dortigen Virtual Caches interessante Informationen über ein Thema fand, das mir auf meiner Reise noch wiederbegegnen sollte.

Weg an der Wisła mit Blick auf die Śląsko-Dąbrowski-Brücke

Zum Abschluss versuchte ich mein Glück nochmal mit einem Mystery Cache: Challenge – The Beginner’s Challenge. Trotz längerer Suche wurde ich auch hier nicht fündig, die Mystery Caches in Warschau waren mir nicht wohlgesonnen. Der Weg hat sich allerdings trotzdem gelohnt, die Aussicht war schön und die Ruhe am Fluss eine angenehme Abwechslung zum Straßenlärm der Stadt.

Berlin

Kunstwerk auf dem Flakturm im Volkspark Humboldthain, im Hintergrund dramatisch grauer Himmel

Eigentlich war ich wegen eines Mystery Caches zum Volkspark Humboldthain aufgebrochen, das klappte leider nicht, da sich dieser in unmittelbarer Umgebung eines Kindergartens befand und ich definitiv zur falschen Zeit dort war. Während sich Eltern die Klinke in die Hand geben, ist Stealth Mode schlicht eine Sache der Unmöglichkeit. Aber immerhin klappte es im ersten Anlauf mit dem Multi Berliner Kunstspitzen #5 Humboldthain. Auf der Suche nach dem Final hatte ich übrigens im falschen Blätterhaufen rumgewühlt und etwas komplett anderes gefunden. Typisch Berlin habe ich mir sagen lassen …

Aussichtsplattform auf dem Flakturm im Volkspark Humboldthain

An der Gedenkstätte Berliner Mauer bin ich bei jedem Berlin-Besuch mehr als einmal vorbeigefahren, aber der Aussichtsturm war mir noch nie ins Auge gefallen. Der Multi Todesstreifen – Berlin Wall (english description) machte mich darauf aufmerksam. Der Zeitpunkt war günstig, es waren kaum Touristen auf der Plattform. Auch am Finale selbst war ich völlig allein, was die Dramatik des Ortes und seiner Geschichte irgendwie noch mehr spürbar machte.

Blick aus dem ehemaligen Bereich des Todesstreifens auf den Wachturm und den dahinter gelegenen Aussichtsturm, das Foto ist sehr dunkel und düster, es dämmerte bereits

Den Sonntag Nachmittag verbrachten wir im Museum für Kommunikation. Diesmal war das Wetter perfekt für einen Museumsbesuch, es war kalt, feucht und noch unwirtlicher als die Tage davor. Die Ausstellung zum Thema Geheimnis wollte ich aus Recherchegründen für ein anstehendes Designprojekt besuchen. Ich konnte zwar einige Inspirationen zum Thema festhalten, besonders gehaltvoll war die Ausstellung jedoch leider nicht. Die Dauerausstellung hätte aber durchaus noch etwas mehr Rezeptionszeit vertragen. Unter anderem besichtigten wir eine Rohrpost und eine Explosionsdarstellung einer Postkutsche. In einem Raum befinden sich Werbeplakate aus diversen Epochen, dabei gefiel mir auch die dafür verwendete Museumstechnik eines elektronisch gesteuerten Schiebekastens. An der nächsten Wand hängt eine Sammlung von verschiedenen Postkästen. Auch Modelle von Transportmitteln der Post (Schiff, Postkutsche, LKW) gibt es zu sehen. In lichtgeschützten Zylindern werden Briefe und Postkarten aufbewahrt, auch in einem dicken Katalog mit deutschen Briefmarken lässt sich stöbern. Die Dauerausstellung bildet ein breites Spektrum an kommunikationsrelevanten Themen ab und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Blick auf die Geheimnisausstellung im Kuppelsaal des Museums für Kommunikation in Berlin

Berlin

Reichstag in Berlin, regnerisch in der Abenddämmerung

Berlin im Jänner ist bekanntlich grau und feucht und gerade für den geneigten Geocacher eher zu anderen Jahreszeiten empfehlenswert. Wer sich jedoch vom Wetter nicht abhalten lässt und entsprechende Kleidung anlegt, kann auch beim winterlichen Geocaching durchaus das eine oder andere Highlight erleben.

Alexanderplatz, Weltzeituhr links im Vordergrund, Fernsehturm im Hintergrund vor wolkigem Himmel

Das obige Bild vom Alexanderplatz gehört zum Virtual NighT[131]TraiN – Virtual. Erfreulicherweise konnte ich den Wherigo Der Erklärbär – Zahlensysteme umrechnen diesmal abschließen, beim ersten Versuch vor einigen Wochen war ich an den Anweisungen zum Final gescheitert. Auch der Multi Arbeiterpaläste II konnte nach weiterer Internet-Recherche und Rücksprache mit dem Owner endlich zum Abschluss gebracht werden.

blauer Stern als Weihnachtsdekoration vor dem Berliner Dom

Eine sehr empfehlenswerte Letterbox ist “”😎 SIMON. Ohne zu spoilern kann ich nur sagen, dass man sich rechtzeitig einen Termin ausmachen sollte und sich der Cache Owner wirklich außergewöhnlich viel Mühe mit diesem Cache gegeben hat. Am Final angelangt braucht ihr nicht schüchtern zu sein, wir wurden nach kurzem Zögern freundlich hereingewinkt. Die weiteren Aufgaben konnten ohne größere Schwierigkeiten gelöst werden.

Samariterkirche, Bänschstraße, Friedrichshain

Gut gefallen hat mir auch das Mahnmal Versunkene Bibliothek, das auf ein historisches Ereignis aufmerksam macht und dem geneigten Geocacher auch eine Aufgabe stellt, die ich gewissenhaft erfüllt habe. Meine Buchempfehlung war Anthony Doerr – All The Light You Cannot See.