Dosenkiwi

[fast ohne Spoiler]

Poznan

Turm am Hauptplatz in Posen, im Vordergrund glitzernde Girlanden

In Warschau hatte ich mich hauptsächlich darauf konzentriert, möglichst viele Cache Types zu schaffen und daraus ergaben sich dann die Wegverläufe. In Posen ist erstmal alles viel kleiner und ich war auch recht erfreut, mich ein bißchen nach den Ideen und Vorschlägen des Fotografen richten zu können. Nach einem ersten Spaziergang in die Stadt, um Kaffee zu trinken und zu frühstücken, hatten wir dann den Showdown der Ziegen verpasst. Also standen wir dann am Sonntag mit ungefähr 300 anderen Touristen auf dem Platz, um dieses unvermeidliche lokale Spektakel, das sich als erstaunlich unspektakulär erwies, zu verfolgen.

Den Samstag Nachmittag verbrachten wir im Park Cytadela, einer großen, auf einem Berg gelegenen Grünanlage, die jede Menge Skulpturen und Denkmäler beherbergt. Manche Dosen zierten sich etwas, aber bis auf die letzte konnten wir alle finden. Da habe ich gerade nochmal drauf geschaut und das Spoilerfoto entdeckt, aber ich vermute, das hätte uns auch nicht weitergeholfen, vermutlich hat uns das mangelhafte GPS in meinem Telefon an den falschen Ort gelockt.

im Vordergrund Lovelocks/Liebesschlösser an einem Brückengeländer, im Hintergrund das moderne Gebäude des Kulturzentrums Brama Poznania

Am Sonntag wagten wir uns dann ans Wasser und spazierten an der Warta entlang zur Insel, wo sich ein weiterer Earth Cache bezwingen ließ. Der Fotograf konnte diesmal nicht nur mit seinen fotografischen Fähigkeiten sondern auch der Messfunktion in seinem neuen Telefon behilflich sein. In der Nähe befindet sich auch das Kulturzentrum Brama Poznania, das wir jedoch nicht besucht haben.

aufwändig bemalte Fassade eines Hauses, die der flachen Fassade eine Art 3D-Effekt verleiht

Wir wanderten noch ein bißchen auf der Insel herum, bevor wir uns mit der Straßenbahn zurück in Richtung des Zentrums begaben. Als letzte kulinarische Station hatten wir ein Lokal mit „traditional polish street food“ (das Lokal hat keine Webseite, daher ein AppleMaps-Link) ausgewählt, es wurde frisch zubereitet und schmeckte ausgezeichnet.

„traditional polish street food“ by GastroFaza

Warschau

Pałac Kultury i Nauki im Zentrum von Warschau, grauer Himmel, Straßenlaterne rechts vom Turm

Warschau hat mich wie auf dem obigen Foto zu sehen ist, mit grauem Himmel begrüßt. Der „Pałac Kultury i Nauki“ hält für den geneigten Geocacher jedoch so einiges bereit. Den Virtual auf der Aussichtsplattform habe ich ausgelassen (von hohen Gebäuden herabzuschauen fasziniert mich nicht mehr), in der Umgebung gibt es jedoch auch sonst so einiges zu finden. Der Earth Cache Budowa 2 linii metra erzählt etwa die Geschichte der jungen Warschauer U-Bahn. Vorbereitet hatte ich auch die Letterbox Warsaw Cache, die sich als richtig große, richtig schön gestaltete Dose entpuppte.

Bahnhof Warszawa Gdanska, blauer Himmel mit Wolken im Hintergrund

Für die Cache Type Challenge hatte ich mir außerdem den Wherigo Cache Warszawa ★ vorbereitet. Da das GPS in meinem Haupttelefon seit einiger Zeit nicht mehr optimal funktioniert, musste ich mir ein Zweittelefon mitbringen und etwas improvisieren. Die Texte zum Wherigo musste ich übersetzen, die Fragen waren teilweise nicht sofort eindeutig zu beantworten, aber letztendlich gelang mir das Erreichen des Ziels. Dieser Wherigo auf den Spuren von David Bowie verdient zurecht einen Favourite Point.

Muzeum Historii Żydów Polskich Polin

Beinahe durch Zufall stieß ich auf den ersten Geocache in Polen, versteckt am 1. November 2001. Er verweist auf das Muzeum Historii Żydów Polskich Polin, das Museum für die Geschichte der polnischen Juden. Das Gebäude allein ist schon beeindruckend und auch die Denkmäler drumherum lassen die Geschichte schwer wiegen und stimmen nachdenklich.

Warsaw Meridian, durch einen eingezäunten Stein gekennzeichnet

Erst vor Ort stellte ich fest, dass durch Warschau ein Meridian verläuft, dieser ist auch mit einem besonderen Stein gekennzeichnet. Und nicht überraschend auch mit einem Geocache, den ich allerdings trotz längerer Suche und eigentlich eindeutigem Hint leider nicht finden konnte.

großes Kreuz im Vordergrund am Plac Piłsudskiego / Piłsudski Square

Weiter spazierte ich zum Plac Piłsudskiego / Piłsudski Square, wo ich bei der Auflösung des dortigen Virtual Caches interessante Informationen über ein Thema fand, das mir auf meiner Reise noch wiederbegegnen sollte.

Weg an der Wisła mit Blick auf die Śląsko-Dąbrowski-Brücke

Zum Abschluss versuchte ich mein Glück nochmal mit einem Mystery Cache: Challenge – The Beginner’s Challenge. Trotz längerer Suche wurde ich auch hier nicht fündig, die Mystery Caches in Warschau waren mir nicht wohlgesonnen. Der Weg hat sich allerdings trotzdem gelohnt, die Aussicht war schön und die Ruhe am Fluss eine angenehme Abwechslung zum Straßenlärm der Stadt.

Berlin

Kunstwerk auf dem Flakturm im Volkspark Humboldthain, im Hintergrund dramatisch grauer Himmel

Eigentlich war ich wegen eines Mystery Caches zum Volkspark Humboldthain aufgebrochen, das klappte leider nicht, da sich dieser in unmittelbarer Umgebung eines Kindergartens befand und ich definitiv zur falschen Zeit dort war. Während sich Eltern die Klinke in die Hand geben, ist Stealth Mode schlicht eine Sache der Unmöglichkeit. Aber immerhin klappte es im ersten Anlauf mit dem Multi Berliner Kunstspitzen #5 Humboldthain. Auf der Suche nach dem Final hatte ich übrigens im falschen Blätterhaufen rumgewühlt und etwas komplett anderes gefunden. Typisch Berlin habe ich mir sagen lassen …

Aussichtsplattform auf dem Flakturm im Volkspark Humboldthain

An der Gedenkstätte Berliner Mauer bin ich bei jedem Berlin-Besuch mehr als einmal vorbeigefahren, aber der Aussichtsturm war mir noch nie ins Auge gefallen. Der Multi Todesstreifen – Berlin Wall (english description) machte mich darauf aufmerksam. Der Zeitpunkt war günstig, es waren kaum Touristen auf der Plattform. Auch am Finale selbst war ich völlig allein, was die Dramatik des Ortes und seiner Geschichte irgendwie noch mehr spürbar machte.

Blick aus dem ehemaligen Bereich des Todesstreifens auf den Wachturm und den dahinter gelegenen Aussichtsturm, das Foto ist sehr dunkel und düster, es dämmerte bereits

Den Sonntag Nachmittag verbrachten wir im Museum für Kommunikation. Diesmal war das Wetter perfekt für einen Museumsbesuch, es war kalt, feucht und noch unwirtlicher als die Tage davor. Die Ausstellung zum Thema Geheimnis wollte ich aus Recherchegründen für ein anstehendes Designprojekt besuchen. Ich konnte zwar einige Inspirationen zum Thema festhalten, besonders gehaltvoll war die Ausstellung jedoch leider nicht. Die Dauerausstellung hätte aber durchaus noch etwas mehr Rezeptionszeit vertragen. Unter anderem besichtigten wir eine Rohrpost und eine Explosionsdarstellung einer Postkutsche. In einem Raum befinden sich Werbeplakate aus diversen Epochen, dabei gefiel mir auch die dafür verwendete Museumstechnik eines elektronisch gesteuerten Schiebekastens. An der nächsten Wand hängt eine Sammlung von verschiedenen Postkästen. Auch Modelle von Transportmitteln der Post (Schiff, Postkutsche, LKW) gibt es zu sehen. In lichtgeschützten Zylindern werden Briefe und Postkarten aufbewahrt, auch in einem dicken Katalog mit deutschen Briefmarken lässt sich stöbern. Die Dauerausstellung bildet ein breites Spektrum an kommunikationsrelevanten Themen ab und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Blick auf die Geheimnisausstellung im Kuppelsaal des Museums für Kommunikation in Berlin