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[fast ohne Spoiler]

Berlin: Wannsee-Fähre und Flugplatz Berlin-Gatow

Bahnsteig der S-Bahn mit dem Haltestellenschild „Berlin-Wannsee“ in ebrochener Schrift, dahinter eine S-Bahn mit geöffneten Türen

Mit Schrecken musste ich heute feststellen, dass ich zwar die Bilder dieses Ausflugs vorsortiert, aber den Blog Post nie fertig gestellt hatte. Da seither etwas Zeit ins Land gegangen ist, wird der Text etwas übersichtlicher ausfallen müssen.

Blick vom Steg auf den Wannsee, links im Bild eine Fähre der BVG mit dem Namen Wannsee

Auf dem Wannsee lässt es sich mit der BVG-Fähre F10 vom S-Bahnhof Wannsee nach Alt-Kladow übersetzen. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten und ist in einem BVG-Ticket für den Tarifbereich B eingeschlossen. Tickets können vor Ort am Automaten gekauft werden, Fahrräder und Hunde dürfen auch an Bord. In Alt-Kladow kehrten wir an diesem wunderschönen Frühlingstag gleich mal in den Biergarten ein, bevor wir uns zu Fuß auf den Weg zum Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow machten.

braunes Militärflugzeug mit einer roten Spitze und einer Art langen spitzen Harpune vorne drauf

Das Museum auf dem Flugplatz Berlin-Gatow ist eine Außenstelle des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr und widmet sich der Geschichte des Luftkriegs – als jüngster Form militärischer Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert. (Militärhistorisches Museum Berlin-Gatow)

Der Flugbetrieb wurde am 30. Juni 1994 eingestellt. Die Geschichte des Flugplatzes lässt sich auch auf Wikipedia gut nachlesen.

schwarzbrauner Hund im Vordergrund schaut auf ein großes Versorgungsflugzeug, dahinter der Hangar mit der Dauerausstellung des Museums

Im Außenbereich des Museums stehen auf dem ehemaligen Flugplatzgelände viele verschiedene Fluggeräte herum, thematisch gruppiert und mit farbcodierten Tafeln beschriftet. Im Hangar befinden sich die Dauerausstellung sowie zeitlich begrenzte Sonderausstellungen.

Ausstellung im Hangar, links ein hellgrünes Flugzeug mit zusammengeklappter Tragfläche und einem schwarzen Propeller, daneben ein schwarzer Helikopter Außenansicht des Tower-Gebäudes, davor zwei kahle Bäume eine Reihe an gelben Scheinwerfern auf Pflaster, die Scheinwerfer beleuchteten früher Start- und Landebahn schwarzbrauner Hund im Vordergrund vor der großen Schüssel eines Funkmessgeräts, dahinter ein Turm mit der Kuppel einer Radarstation

Der Eintritt ins Museum ist kostenlos. Hunde sind in den Außenbereichen erlaubt, jedoch nicht im Hangar. Auf den weitläufigen Außenflächen gibt es kaum Schatten. Dieser schöne März-Tag war daher ideal für unseren Besuch dort. An heißeren Tagen dürfte es im Außenbereich wohl eher unangenehm werden. Aktuelle Informationen auf der Webseite: Militärhistorisches Museum Berlin-Gatow.

Eggenburg

Einen Ausflug nach Eggenburg hatte ich schon seit Längerem angedacht. Drei gelöste Mystery Caches erschienen mir genug Anlass für diese Reise, die sich ohne Klimaticket allerdings etwas mühsamer gestaltet, als es letztes Jahr gewesen wäre. Da der Express-Bus nach Tulln genau in der Stunde, wo ich ihn gebraucht hätte, nicht fuhr, reiste ich über Hollabrunn mit Zug und Bus an.

eine Brücke aus altem Metall verbindet zwei hohe Mauern aus alten Ziegeln, die Brücke ist deutlich rostig, ihr Muster zeichnet sich als Schatten auch auf den Mauern ab, dahinter blauer Himmel mit vereinzelten Wolken

Vom Bahnhof aus schlug ich dann gleich die Richtung der Mystery Caches ein. Auf dem Weg dorthin hat sich mein „Jagdhund“ mal wieder ausgezeichnet. Lange vor ihm sah ich das Reh, das auf dem Feldweg am Waldrand stand. So lange ich stehen blieb, blieb auch das Tier stehen, ich konnte es eine Zeitlang beobachten. Erst als ich näher kam, hüpfte es in den Wald davon, wo ich es dann mit einem Zweiten seiner Art zu mir zurückblicken sah.

Der Weg führte uns zu einer Eisenbahnbrücke, die sich hoch oben über eine Strasse spannte. Dazu gab es auch eine Informationstafel, die von der Bedeutung der Kaiser Franz Josefs Bahn (sic!) für die landesfürstliche Stadt Eggenburg berichtet. Die Tafel enthält auch ein besonders Kleinod: ein Foto des „legendären Vindobona“, in Klammern die (mutmaßliche) Quellenangabe: Internet. Das Foto ist in diesem ORF-Artikel zu sehen, hier auch mit detaillierterer Quellenangabe.

durch kahle Bäume und Sträucher Blick auf eine Ortschaft mit einer Kirche erhöht im Zentrum, die Kirche hat eine ungewöhnliche Form mit einem sehr hohen dreieckigen Dach, das von den Türmen kaum überragt wird

Auf der oben erwähnten Informationstafel findet sich auch ein Hinweis darauf, dass die Erdumwälzungen (zB durch das Aufschütten von Dämmen) durch den Eisenbahnbau zu den Funden von Johann Krahuletz beitrugen. Der in Eggenburg geborene Geologe suchte schon als Kind auf den Feldern nach „Altertümern“. Neben dem Krahuletz-Museum ist ihm in Eggenburg auch ein Gesteinsgarten gewidmet. Für den dazugehörigen Earth Cache müssen einige Informationen gesammelt werden. Zum Glück habe ich mir die Zeit genommen, alle 22 Säulen umfassend zu inspizieren und zu fotografieren, auf der Webseite konnte ich leider nur dürftige Informationen zum Gesteinsgarten finden:

Das Waldviertel im Nordwesten Niederösterreichs hat Anteile an nahezu allen Gesteinseinheiten Österreichs. Die verschiedenen Gesteine aus einer viele hundert Millionen Jahre langen geologischen Entwicklungsgeschichte prägen maßgeblich den Charakter der Waldviertler Landschaft.

die Front eines Gebäudes, das Portal wird von zwei Säulen getragen, darüber ein flaches Giebeldach, im Zentrum steht der Schriftzug „Lichtspielhaus“

Der Gesteinsgarten befindet sich vor einem Gebäude, das von Architekt Clemens Holzmeister (1886–1983) errichtet wurde. Sein bekanntestes Gebäude ist vermutlich die Feuerhalle Simmering. Laut einer Tafel an der Wand ist es „eines der ältesten Lichtspielhäuser Österreichs“. Mir fiel besonders der Schriftzug Lichtspielhaus an der Fassade ins Auge. Seit Kurzem bin ich begeisterte Leserin des Typographischen Fundstücks. Die darin gezeigten Schriften im Stadtbild und die angehängten Nachforschungen zu historischen Hintergründen und Analysen der verwendeten Schriftarten haben dazu geführt, dass ich selbst wieder mehr auf Schriften an Gebäuden achte. Bei diesem Schriftzug fällt etwa ins Auge, dass die Serifen beim kleinen „s“ deutlich dominanter sind als bei anderen Buchstaben. Bei der Kombination „lh“ hätte ich eigentlich eine Ligatur erwartet, hier wirken auch die Abstände zwischen den Buchstaben nicht ganz rund.

das Krahuletz-Museum, ein dreistöckiges, auf einer abfallenden Straße errichtetes Gebäude, im Erdgeschoss sind die Fenster also links höher und werden nach rechts immer niedriger, oben in der Mitte eine dekorative Uhr zwischen zwei Ziergiebeln, dahinter ein barockes Zwiebeltürmchen, dahinter blauer Himmel, links vom Turm ein halber Mond, rechts vom Turm ein Chemtrail Richtung Boden

Nach dem Besuch des Gesteinsgartens war mir nach einer Mittagspause, ich fand ein spärlich besuchtes Lokal im Zentrum, wo mir ein passabler Flammkuchen serviert wurde. Ein Letterbox-Bonus-Cache war genug Motivation, um den zehnteiligen Adventure Lab entlang der Stadtmauern zu verfolgen. Der Bonus Cache führt auch in einen besonders schönen Teil der Stadt, wo ich mich entlang der Mauern in meine Kindheit zurück versetzt fühlte (wir kletterten damals im Burggraben der Burg Kreuzenstein herum).

Nach der Letterbox sah ich mir noch das Ossarium (Beinhaus) nahe der Kirche an. Ich wusste zwar, was mich erwartete, aber irgendwie ist es trotzdem etwas gruselig, wenn beim Betätigen des Lichtschalters der Blick auf die Knochenhaufen fällt und der Kopf umgehend anfängt, zu schätzen, wie viele menschliche Überreste hier wohl liegen.

Für einen Februar-Ausflug war das Wetter ausgezeichnet, ein absoluter Glücksfall. Noch am Bahnsteig konnte ich in der Sonne sitzen. Gerne würde ich auch irgendwann das Krahuletz-Museum besichtigen, Mineralien waren in meiner Kindheit mal interessant. So ein früh geprägtes Interesse geht irgendwie nicht mehr ganz weg, vielleicht mag ich auch deshalb Earth Caches gern. Ein Ausflug nach Eggenburg lohnt sich auf jeden Fall, es ist eine hübsche Stadt mit viel interessanter Geschichte.

Berhida / Bátorkő Vára / Várpalota

Mit diesem Post trickse ich etwas an meinen eigenen Regeln herum. Diese besagen, dass jeder Post zumindest ein Foto und einen Geocache enthalten soll. Weil aber Berhida gar keinen Geocache hat und ich bei der Wanderung zu Bátorkő Vára nicht aufgepasst habe und daran vorbeigelaufen bin, werden diese beiden Örtlichkeiten mit Várpalota zusammengefasst.

verlassene Bahnstation, im Vordergrund ein Stein mit der Zahl 53 neben einem Gleis, dahinter ein breites blaues Stationsschild mit der gelben Aufschrift „VILONYA KIRÁLYSZENTISTVÁN“, dahinter das Stationshaus mit vier Rauchfängen auf einem altmodischen Ziegeldach

Nicht ganz zwei Wochen verbrachte ich im Februar im ungarischen Berhida nördlich des östlichen Endes des Balaton. Neben Tierbetreuung und meiner üblichen Erwerbsarbeit hatte ich nicht viel zu tun, das Wetter war allerdings auch kaum einladend für längere Ausflüge. Einen schönen Wandertag gab es allerdings. Der Radfahrer und ich besuchten die Ruine Bátorkő Vára (auch auf Komoot zu finden).

ein schwarz-brauner Hund steht auf einem felsigen Bergweg und schaut über die Schulter zurück zur Kamera, Boden, Himmel und kahle Sträucher in verschiedenen Braun- und Grau-Tönen winterlicher Ausblick über eine flache Landschaft mit mehrheitlich kahlen Bäumen und Sträuchern, der Himmel nimmt die obere Hälfte des Bidls ein, die Wolken bilden ein gestreiftes Muster

Wir waren vergleichsweise spät aufgebrochen, schon am Anfang unserer Tour kamen uns Familien entgegen, die bereits auf dem Rückweg waren, später sahen wir keine Menschen mehr. Von mehreren Aussichtspunkten erspähten wir die Ruine und waren uns unsicher, ob das wirklich unser Ziel sein sollte. Wir gönnten uns nur eine kurze Pause und mussten uns am Ende doch beeilen, um noch vor der Dunkelheit zurück beim Auto zu sein.

Ruine eines Burgturms zwischen kahlen Bäumen auf einen bemoosten Stein ist ein Wanderwegzeichen gemalt, ein rotes Kreuz auf weißem Hintergrund

Mit mehr Freizeit wäre ich gern zum Balaton gefahren, Orte am See haben im Winter ja einen besonderen Charme (zuletzt auch in Podersdorf). Die Tatsache, dass ich überall mit dem Auto hinfahren musste und es früh dunkel wurde, hielt mich aber doch davon ab, nur für eine oder zwei Stunden wohin zu fahren. Daher verbrachten der Hund und ich unsere Tage und Abende zumeist drinnen mit Lesen und Schreiben und Erholen. Ein etwas anderer „Urlaub“ als sonst, und gerade deshalb auch interessant und erkenntnisreich.

grüne Telefonzelle, die schon bessere Tage gesehen hat