Dosenkiwi

[fast ohne Spoiler]

Mariazell

Der Schneeberg-Ausflug hatte mir so viel Spaß gemacht, dass ich mir im September noch ein weiteres Bergabenteuer eingeplant habe. Eine Fahrt nach Mariazell hatten der Fotograf und ich schon im Frühjahr angedacht gehabt. Da war allerdings ein ordentliches Stück der Mariazellerbahn Schienenersatzverkehr und davon hatte ich auf der Stammstrecke über den Sommer sowieso genug. In Mariazell konnte ich außerdem meine Niederösterreich Card für die Fahrt mit der Gondel auf die Bürgeralpe nutzen. Der Fotograf ließ sich nicht lange bitten.

E-Lokomotive am Bahnsteig, vorne neben dein Scheinwerfern ein geschwungenes Zeichen und die Aufschrift E11, der untere Teil der Lokomotive ist rot gestrichen, der obere Teil beige

Schon die Anfahrt mit der Mariazellerbahn bietet (bei entsprechendem Wetter) viele schöne Aussichten. Auf der Fahrt von St. Pölten nach Mariazell ist ein Sitzplatz auf der rechten Seite zu empfehlen, um in den Genuss der Aussicht auf den Ötscher und die Zinkenschlucht zu kommen. Das Zugpersonal ist sehr freundlich und weist auch auf die schönsten Aussichtspunkte hin. In Mariazell angekommen, bestaunten wir gleich die altmodische Lok, die am anderen Bahnsteig stand und die Wagen des Ötscherbär zieht. Noch mehr freute ich mich aber auf die Fahrt mit der Dampflok der Museumstramway.

schwarze Dampflokomotive in der Station, von einer Pumpe auf dem Bahnsteig führt ein Wasserschlauch zur Lok, aus den Chimneys strömt grauer Rauch zum Himmel

Nachdem wir Teile unseres Gepäcks im Hotel abgeladen hatten, spazierten wir zur Endstation Promenadenweg. Dort warteten auch schon einige andere Menschen auf den Zug, der bereits von Weitem sichtbar und vor allem hörbar ist. Das lang gezogene „woo-hoo-woo“ führte dazu, dass ich noch lange nach dem Wochenende Starlight Express im Ohr hatte („Nobody can do it like a steam train“). Wir ließen uns also von der Dampflok Richtung Erlaufsee schaukeln (unter anderem vorbei an einer Fahrverbotstafel mit dem Zusatzschild „ausgenommen Museumsbahn“). An der Endstation Erlaufsee wurde die Lok mit Wasser befüllt.

unten türkis glitzerndes Seewasser, oben scheint die Sonne zwischen Blättern durch

Wir starteten nördlich auf den Rundwanderweg um den Erlaufsee. Die Strecke ist abwechslungsreich, manchmal direkt am See entlang, auf der Westseite dann etwas weg vom See über den Lindenhof. An der Südseite führt der Weg dann durch den Wald neben der Straße mit einigem Auf und Ab. Dem Hund gefällt das, der Mensch muss aufpassen, nicht über Wurzeln zu stolpern.

Seepanorama mit Schilf im Vordergrund, begrünten Hügeln im mittleren Bereich und leicht bewölktem Himmel oben

Nach der Rundwanderung kehrten wir zuerst bei der Seerosi auf ein Getränk ein. Der Steckerlfisch wurde leider gerade bei unserer Ankunft als ausverkauft angekündigt. Wir aßen daher erst etwas später im Herrenhaus (wo es leider auch keinen Steckerlfisch gab). Der Rückweg zu Fuß nach Mariazell nach dem Essen war dann schon etwas anstrengend, unsere Auswahl fiel wieder auf den holperigen Waldweg anstatt des asphaltierten Wegs direkt neben der Straße.

Nach einem ausgezeichneten Frühstück packten wir am Sonntag unser nicht notwendiges Gepäck in ein Schließfach am Bahnhof und spazierten ins Stadtzentrum. In der Basilika begann gerade der Gottesdienst, im Stadtzentrum tummelten sich Tourist:innen zwischen den traditionellen Lebkuchengeschäften und Andenkenständen. Von der Gondelbahn ließen wir uns auf die Bürgeralpe tragen. Der Hund war übrigens sehr verwirrt von dem Geschunkel der Gondel, das war ihm nicht ganz geheuer. Weiter oben wurde es deutlich windiger, wie wir dann später auch auf dem Aussichtsturm feststellten.

grau-weiß gestrichener Aussichtsturm mit der Aufschrift Erzherzog Johann Warte, gekrönt von einer Plattform und einem spitzen Turm vor einem düster bewölkten Himmel Ausblick vom Aussichtsturm, bewaldete Berge, in der Mitte ein See, dahinter düster bewölkter Himmel

Auf dem von der Terrasse des Aussichtsturms aufgenommenen Foto sieht man auch die Start-/Landebahn des Flugplatzes in der linken unteren Hälfte. Außerdem deuteten die Wolkenmassen schon den Regen an, der später am Tag auf die Gegend runterkommen sollte.

Wasserspektakel mit dekorativ sprühenden Düsen auf einem See vor düster bewölktem Himmel

Nach einer kurzen Rast neben dem Wasserspektakel machten wir uns an den Abstieg zur Hohlensteinhöhle. Kurz bevor wir dort ankamen wurde aus dem Wanderpfad schon ein einfacher Klettersteig mit Treppen und Stahlseil an der Felswand. In einer Felsnische entdeckten wir eine Sitzbank. Die Höhle war dann sehr beeindruckend. Leider verhinderte die Felswand auch jeglichen Handy-Empfang, somit konnte ich weder Hint noch Spoilerbild abrufen, was die Suche extrem verkürzt hätte. Schließlich gelang mir aber doch der Fund in einer Ecke, in der der Fotograf laut eigener Aussage schon geschaut hatte. Über einen weiteren Ausflug nach Mariazell mit geführter Höhlenbesichtigung denke ich immer noch nach.

Ausblick aus dem Inneren einer Höhle, durch den nach oben spitz zulaufenden Ausgang sind hohe Bäume und etwas Grün zu sehen

Der Aufstieg zurück zur Bürgeralpe war dann ordentlich schweißtreibend. Da wir nur alle zwei Stunden eine ordentliche Anschlussverbindung nach Hause hatten, waren wir außerdem zeitlich etwas unter Druck. Wir schafften dann den Abstieg in Rekordzeit und saßen schon in der Bahn, bevor der richtige Regen kam.

eine Kabine einer Gondelbahn am Seil neben einem Stützpfeiler vor düster bewölktem Himmel

Die Gegend dort ist sehr schön und es lässt sich quasi an jeder Haltestelle der Mariazellerbahn in mehrere Richtungen loswandern. Da werden in den folgenden Jahren sichern noch weitere Ausflüge stattfinden.