Dosenkiwi

[fast ohne Spoiler]

Komárom / Komárno

Steintor vor Fort Monostor im ungarischen Komárom, durch das Steintor sieht man die ungarische Flagge über dem Fort

Unseren Jahres-Sommerurlaub (…) haben wir diesmal beim Camp++ in der ungarisch-slowakischen Grenzstadt Komárom / Komárno verbracht. Es waren sehr entspannte Tage mit abwechslungsreichem Programm und vielen netten Leuten. Zum von mir eingereichten Geocaching Event kamen zwar leider nur zwei Besucher, aber das kann man ja vorher nie so genau wissen.

Bei der Vorab-Recherche war mir auch aufgefallen, dass es mit den Cache Types in Ungarn überhaupt eher langweilig ist. In Komárom selbst gibt es nur Traditionals und Mysterys, für einen Multi muss man entweder in die Slowakei fahren oder bis Györ.

die Elisabethbrücke verbindet das ungarische Komárom mit dem slowakischen Komárno, traditionelle grüne Stahlbrücke auf Betonpfeilern, darunter die Donau

Am Samstag spazierte ich dann in Begleitung von Cacher-Kollege P. über die Brücke in die Slowakei, wo wir zumindest einen Traditional finden und uns dadurch das Slowakei-Souvenir und das Souvenir für den International Geocaching Day sichern konnten.

lose rostige Schraube auf blauem Elektrokasten in der Nähe von GC14C7X

The long journey to the top of Vienna

Wann die Reise tatsächlich begonnen hat, lässt sich nicht mehr rekonstruieren, bei unserem ersten Versuch haben weder der Waldläufer noch ich DNF geloggt. An diesem Tag schafften wir es bis zu P5, konnten jedoch den Stein im Wald nicht finden. Die Dämmerung hatte sich bereits in den Wald herabgesenkt, später mutmaßte ich auch, dass wir bereits einen Rechenfehler in unseren Daten hatten, die den Stein verschwinden ließen.

Beim zweiten Versuch gingen wir die Stages nochmals ab, um eventuelle Rechenfehler auschließen zu können und schafften es diesmal bis zu P6. Die Aussicht ist atemberaubend und doch starrten wir ziemlich lange die Wand an, ohne jedoch etwas zu finden.

Monate gingen ins Land. Irgendwann räumte ich die Cache Notizen auf und fand dieses unerledigte Kleinod. Das Studium der letzten Logs gab wenig Hoffnung. Beinahe alle Logger schrieben von einem Tipp, den sie von einem Vorfinder erhalten hatten. Eine Anfrage beim Owner blieb unbeantwortet. Nach weiteren Monaten ließ ich den Ehrgeiz, es alleine schaffen zu wollen, beiseite und schnorrte z5xy um den Hinweis an, den er mir auch prompt zukommen ließ.

Mit dem Hinweis ausgestattet, startete ich einen neuen Versuch. Damit konnte ich endlich die letzten Zahlen an der Mauer finden. Die nächste Schwierigkeit war dann, dass mir nicht klar war, welche Rechenoperation anzuwenden ist, also probierte ich 4 Möglichkeiten aus und entschied mich schließlich für die, die ich am meisten plausibel hielt. An den mutmaßlichen Koordinaten fand ich einen Teil eines Baumstamms, der mit einer Kette an einem Baum befestigt war, mit einem Loch im Baumstamm, das mit einer Metallplatte verschlossen war. Wenn das kein Geocache-Versteck ist, dann weiß ich es echt nicht. Aber dann: leider leer. Frustriert und durchgeschwitzt stapfte ich zum Heurigen.

Wochen später schaute ich auf der Suche nach etwas anderem meine Fotos durch und fand dabei auch den Hinweis an der Mauer. Und plötzlich entdeckte ich etwas, das ich vorher übersehen hatte. Gibt’s ja nicht. Plötzlich war das Final glasklar.

Weitere mit Arbeit angefüllte Wochen gingen ins Land, bis ich den Ausflug auf den Berg endlich durchführen konnte. Schwankend zwischen Vorfreude und Sorge um den nächsten Frustrationsmoment zockelte ich hinter dem freudestrahlenden Hund den Weg entlang. Und würde fündig. Finally.

Katze in Lauerstellung beim Heurigen Hirt, im Hintergrund die Spitze des Leopoldsbergs mit der Leopoldsbergkirche

Wilhelmine & Otto Wagner

Nachdem ich den Tag mit viel Erwerbsarbeit verbracht hatte, ging sich nur noch ein kurzer Ausflug aus. Also tuckerte ich mit der Bim zur Mauss auf ein Eis (Marzipan-Mandel, Birne Royal) und spazierte anschließend ins Wilhelminenspital. Haben die dort tatsächlich mitten aufs Gelände einen erhöhten Hubschrauberlandeplatz hingebaut. Mit einer Brücke zu einem Gebäude und einem anderen Gebäude direkt darunter. Das muss man echt mal gesehen haben, wie sich ein funktionales (potentiell lebensrettendes) Element dermaßen nicht in die traditionelle Architektur des Spitals einfügt.

Ansicht unter dem Landeplatz mit Blick auf die Brücke, die den Landeplatz mit dem Gebäude daneben verbindet die Metallkonstruktion des Landeplatzes in ihrer ganzen Pracht

Nachdem es mit Willi nicht geklappt hatte (verzählt, verrechnet oder einfach nichts gefunden), versuchte ich mein Glück am Steinhof. Wegen Ablenkung und geistiger Umnachtung ließ ich am Weg zwei Traditionals gleich komplett ungesucht liegen und habe somit einen guten Grund, das architektonisch interessante Gebiet mal wieder zu besuchen.

Detailaufnahme des Hauseingangs zum Pavillon 3 des Otto-Wagner-Spitals in der Abendsonne mit interessantem Lichtspiel seitliche Ansicht der goldenen Kuppel der Kirche am Steinhof