Dosenkiwi

[fast ohne Spoiler]

Wilhelmine & Otto Wagner

Nachdem ich den Tag mit viel Erwerbsarbeit verbracht hatte, ging sich nur noch ein kurzer Ausflug aus. Also tuckerte ich mit der Bim zur Mauss auf ein Eis (Marzipan-Mandel, Birne Royal) und spazierte anschließend ins Wilhelminenspital. Haben die dort tatsächlich mitten aufs Gelände einen erhöhten Hubschrauberlandeplatz hingebaut. Mit einer Brücke zu einem Gebäude und einem anderen Gebäude direkt darunter. Das muss man echt mal gesehen haben, wie sich ein funktionales (potentiell lebensrettendes) Element dermaßen nicht in die traditionelle Architektur des Spitals einfügt.

Ansicht unter dem Landeplatz mit Blick auf die Brücke, die den Landeplatz mit dem Gebäude daneben verbindet die Metallkonstruktion des Landeplatzes in ihrer ganzen Pracht

Nachdem es mit Willi nicht geklappt hatte (verzählt, verrechnet oder einfach nichts gefunden), versuchte ich mein Glück am Steinhof. Wegen Ablenkung und geistiger Umnachtung ließ ich am Weg zwei Traditionals gleich komplett ungesucht liegen und habe somit einen guten Grund, das architektonisch interessante Gebiet mal wieder zu besuchen.

Detailaufnahme des Hauseingangs zum Pavillon 3 des Otto-Wagner-Spitals in der Abendsonne mit interessantem Lichtspiel seitliche Ansicht der goldenen Kuppel der Kirche am Steinhof

Botanik & Architektur

Überblick über einen Teil des botanischen Gartens in Wien, der in dieser Richtung an die Jacquingasse grenzt

Den Botanischen Garten und den dazugehörigen Multicache hatte ich beim Kurz-Ausflug ins Belvedere entdeckt und im Gedächtnis behalten für die richtige Gelegenheit. Das Wetter war ausgezeichnet und es folgen nun einige Pflanzenfotos. Leider kann ich nicht alle exakt beziffern, an den Seerosen zum Beispiel fand ich keine Beschriftung, an der Distel konnte ich kein Schild entdecken, das könnte einfach zu verwachsen gewesen sein. (Seerose, leider ohne genauere Bestimmung – Garten-Lavatere, Lavatera trimestris L., aus der Familie der Malvaceae – auf dem handgeschriebenen Schild zu dieser Pflanze stand Berkheyer purpurea, leider findet sich dazu nichts im Internet)

Seerose, leider ohne genauere Bestimmung weiße Blüte, Garten-Lavatere, Lavatera trimestris L., aus der Familie der Malvaceae distelartige Blüte, auf dem handgeschriebenen Schild stand Berkheyer purpurea, leider findet sich dazu nichts im Internet

Für den Multi-Cache finden sich alle Informationen im Botanischen Garten, ich habe aber auch noch den (eintrittspflichtigen) Alpengarten besucht. Neben dem Edelweiß (eigentlich eine wirklich unspektakuläre Pflanze, wenn man mehrere nebeneinander sieht) kann man dort auch einen Bonsaigarten besichtigen. Die Bonsai sind allesamt mit einer Diebstahlsicherung (!) versehen. Im Alpengarten ist alles etwas dichter und nur ganz vereinzelt stehen kleine Steinbänke, auf denen man rasten und den Duft und die Ruhe genießen kann. (Lavendel – Seerose – Distel)

Lavendelstrauch, von Bienen und Hummeln umschwärmt Seerose im Alpengarten, leider auch ohne genauere Bestimmung Distelblüte, mutmaßlich gemeine Distel, findet man sicherlich auch außerhalb des Alpengartens

Im Anschluss drehte ich eine Fahrrad-Runde durchs Arsenal und begab mich dann zum Abschluss des Tages auf den neuen WU-Campus neben dem grünen Prater. Durch die aktuellen Ferien wirkte alles etwas unbelebt, obwohl man nicht allein dort ist. Während der Studiensemester ist sicher mehr los. Es wirkt sehr neu, modern und metallisch, die Gebäude sind allesamt englisch benamst, alle Wegweiser sind mehrsprachig – man gibt sich international. Ein Mahnmal erinnert an die Vertreibung jüdischer Angehöriger der Hochschule für Welthandel (ein Vorläufer der heutigen WU).

Gebäude D4 - Departments 4 auf dem neuen WU Campus gelb gestalteter Gang im Inneren des Gebäudes D3/AD Departments 3 & Administration der auf den Platz hinausragende Blickfang des Hauptgebäudes LC Library & Learning Center, seitlich gesehen der auf den Platz hinausragende Blickfang des Hauptgebäudes LC Library & Learning Center, Frontalansicht Gedenkprojekt der WU, Metallkugel mit Namen mit Blick auf WU-Gebäude dahinter

Biedermeierfriedhof St. Marx

Gräberreihe unter Bäumen

Wenn man sich einen richtig alten Friedhof anschauen möchte, dann muss man den Biedermeierfriedhof in St. Marx besuchen. Der Friedhof wird heute als öffentlicher Park vom Wiener Stadtgartenamt betreut. Beerdigungen fanden hier von 1784 bis 1874 statt.

Detailaufnahme eines restaurierten Grabsteins

Darauf aufmerksam gemacht hatte mich der Multi Letzter Biedermeier-Friedhof der Welt, den ich überraschenderweise in meinen Notizen für den Ernstfall Hundefrei fand. Ein zweiter Multi (ein Relikt aus dem Jahre 2002!) beschäftigt sich mit dem Grabmal von Wolfgang Amadeus Mozart, das sich ebenfalls in St. Marx befindet.

das Grabmal des Komponisten Johann Georg Albrechtsberger liegt abgelegen auf einer einsamen Lichtung und wird von einem Engel bewacht

Auf dem Friedhof kann man sehr anschaulich beobachten, wie die Natur sich dieses Gelände zurückerobert. Manche Grabsteine wurden buchstäblich von Bäumen umgeworfen, viele Grabreihen sind von Sträuchern oder Bäumen beinahe schon zugewachsen. Auf vielen Grabplatten haben es sich Schnecken gemütlich gemacht. An manchen Gräbern kann man Restaurierungsarbeiten sehen, wo noch versucht wurde, die Inschrift zu rekonstruieren, bevor sie vollständig verloren geht. Die meisten Grabsteine sind jedoch nicht mehr zu lesen. Damals übliche Grabaufschriften waren übrigens mit großer Mehrheit „Unvergesslich!” und „Friede seiner Asche”.

auf Leo Müllers Grabplatte hat es sich eine Schneckenfamilie gemütlich gemacht

Nach dem Friedhofsbesuch spazierte ich noch rüber nach St. Marx um zwei gelöste Mysterys abzuholen (einen davon konnte ich leider nicht finden, die Vegetation hat es verhindert). Auf dem Weg dorthin entdeckte ich ein interessantes Gebäude. Wikipedia sagt mir, dass es früher die Wiener Vieh- und Fleischmarktkassa war, später dann eine Zweigstelle der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG. Heute beherbergt es die Magistratsabteilung 60.

Raiffeisen Zentralbank Österreich AG Zweigstelle St. Marx